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Nubische
Tempel - Felstempel
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Die Felstempel Nubiens zählen nicht zu den eigenständigen
Tempeltypen, sondern sie sind meist durch lokale Gegebenheiten bedingte
Bauwerke. Der Grundriss eines nubischen Felstempels entspricht jedoch dem
eines gewöhnlichen Tempels. Ihre
Gestaltung war sowohl von der geographischen Lage an
oder in einem Berghang, als auch von der Enge des
Niltals oder der Lage in der Wüste abhängig.
| Gemeinsame Züge aller Felstempel
zeigen sich in ihrer geographischen Lage, denn sie konzentrieren
sich auf Nubien und auf die dort abgehenden Straßen zu den wichtigen
Steinbrüchen. Nur sekundär wiesen sie einige Vorteile auf: sie
markierten die Reichsgrenzen und schreckten eindringende
Fremdvölker ab. Eine weitere Gemeinsamkeit der nubischen Tempel
liegt in ihrer Achsengebundenheit. Sie wurden alle auf der
Ost-West-Achse zum Nil ausgerichtet. |

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Grundrisse einzelner
Tempel
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Felstempel von
Bet-el-Wali
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kleiner Tempel von Abu
Simbel
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großer Tempel von Abu
Simbel
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Felstempel von Ed-Derr |
Felstempel von Gerf
Hussein |
Felstempel von Wadi
es-Sebua |
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In der Architektur
ägyptischer Tempel heben sich die Felstempel als Sondertypus ab.
Felstempel wurden nicht aus einzelnen Steinen als gebaute Architektur
errichtet, sondern höhlenartig in steile Felswände hineingetrieben. Der reine Felstempel, auch Speos
genannt, besteht aus einer Fassade am Berghang mit Innenräumen, die
ehemals mit Reliefs und Statuen ausgestattet wurden. Häufiger als der
einfache "unterirdische" Felstempel wurde jedoch ein
architektonisch komplexerer Felstempel angelegt. Bei diesem sogenannten Hemispeos
liegen zusätzlich frei errichtete Tempelräume vor der im
Untertagebau gefertigten Felstempelanlage. Die im frühen Neuen Reich, in
der 18. Dynastie, angelegten Felstempel weisen eine Raumfolge auf, die
einer umgekehrten T-Form gleicht. Ihre Fassade wurde häufig mit
Pfeilerstellungen gestaltet. Während der Ramessidenzeit, der 19. und 20.
Dynastie, entsprechen die Felstempel den gebauten Tempelanlagen. Die
Fassade des Felstempels ähnelt dem Pylon eines gebauten Tempels und die im Hochrelief dargestellten Kolossalfiguren entsprechen den
Kolossalstatuen vor dem Pylon. Die folgende Pfeilerhalle weist auf den
Tempelhof hin und die hinteren Räume des Felstempels spiegeln die
Säulenhallen eines Tempels wieder. Unterirdische seitlich abgehende
Nebenkammern sind als Magazinräume in den gebauten Tempeln zu erkennen.
In beiden Tempelformen liegt das Sanktuar mit den Abbildern der Götter im
innersten Kern der Anlage. Die Statuengruppen sind aus dem anstehenden
natürlichen Fels herausgearbeitet und zeigen den Erbauer des Tempels in
Gemeinschaft mit seinen Göttern. |
| Der
Felstempel oder Hemispeos von Wadi es-Sebua war dem Götterpaar Amun-Re
und Re-Harachte sowie dem vergöttlichten Bauherrn und König Ramses
II. geweiht. Die einst aus vergänglichen Lehmziegeln gefertigte
Umfassungsmauer und die vorderen Pylone sind heute nicht mehr erhalten. In
christlicher Zeit wurde der hintere Tempel in eine Kirche umgewandelt. |
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| Den großen Felstempel von Abu Simbel
ließ Ramses II. in seinem 30. Regierungsjahr bauen. Er bildet den Höhepunkt in der Entwicklung der Felstempel.
Vor der pylonartigen Fassade sitzen, rechts und links
neben dem Eingang in den Tempel, vier Kolossalfiguren Ramses II. Über
dem schmalen Eingang in der Mitte schreitet eine falkenköpfige Figur aus
der Fassade. Dargestellt ist der König, der sich mit dem Sonnengott
identifiziert. Die Attribute, die er mit sich führt und die links neben
ihm abgebildete Göttin beschreiben den ThronnamenRamses II.:
Wsr-Maat-Ra. |

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